WORKSHOP 2017 – Nachlese

Am ersten TAG DER PFLEGEBERATUNG trafen sich am 8.11. in Bremen interessierte Pflegeexperten und pflegende Angehörige.

Wir haben an diesem Tag in einem Workshop die Grundlagen für eine gemeinsame Öffentlichkeitsarbeit zum Ausbau der Bekanntheit der Pflegeberatung und ihres Leistungsspektrums erarbeitet.

Die Ergebnisse sollen insbesondere jährlich am „Tag der Pflegeberatung“ als gebündelte Kommunikationsmaßnahmen gezielt über das Angebot und die Leistungen der Pflegeberatung in Deutschland informieren.

Nachfolgend zeigen wir einige Impressionen dieses sehr produktiven Treffens auf. 

Schon in der Vorstellungsrunde wurde deutlich, welche tolle und engagierte Beratungs-Kompetenz sich in Bremen versammelt hatte.

Auch die interessanten Biografien der fast 20 Teilnehmer dokumentierten ein tiefes Verständnis der Pflege, gesammelt in teilweise jahrzehntelanger beruflicher und/oder familiärer Praxiserfahrung.

Die Arbeitsgruppen und ihrer Ergebnisse

Die drei Arbeitsgruppen beschäftigte sich mit den Schwerpunkten:

  • Organisationsaufbau und Finanzen
  • Öffentlichkeitsarbeit und Pflegeberatungs-Kongress
  • Pflegende Angehörige
Die Ergebnisse der Gruppenarbeit wurde anschließend präsentiert und diskutiert.

Nachfolgend finden Sie 9. Infoblöcke zu den Zielen, Aufgaben und Themen, die hier erörtert wurden. 

Hier finden Sie die aktuelle Pressemitteilung zum Workshop. 

1.) BEKANNHEIT STEIGERN

Als strategisch wichtigste Zielsetzung wurde der Ausbau der Bekanntheit der Pflegeberatung als notwendige Voraussetzung einer Verbesserung der Pflegesituation für die betroffenen Menschen und ihre pflegenden Angehörigen vereinbart.

  • Status 2015: Kennen Anspruch auf kostenlose Pflegeberatung 40%
  • Ziel 2021: Kennen Anspruch auf kostenlose Pflegeberatung 90%

Quelle: Studie des Zentrums für Qualität in der Pflege (ZQP) 2015

2.) IMAGE VERBESSERN

Parallel hierzu wurde aber auch beschlossen, sich verstärkt um das Image der Pflegeberatung zu kümmern. Mit bis zu 5,2 Mio. Kontakten wird das Image der Pflegeberatung in Deutschland durch die persönliche Wahrnehmung von verpflichtender oder freiwilliger (neu seit. 1.1.2017) „Pflegeberatung“ nach § 37/3 bei den zu Pflegenden und ihren pflegenden Angehörigen geprägt.

Der Ruf des „37/3er“ als qualitativ nützliche Pflegeberatung ist nicht so positiv. Dies hat auch eine von uns initiierte Umfrage Anfang November auf Facebook geziegt. 

Die finanzielle Wetschätzung der Pflegeberatung nach §37/3 beträgt pro Beratungsbesuch 24,81€ (inkl. Vorbereitung, Anfahrt, Sichtung der Häuslichkeit, Beratungsgespräch, Abfahrt, Nachbereitung und Versand der Prüfbögen an die Pflegekassse).

Zum Vergleich:
Elektriker = 45€, Installateure 55€, Dachdecker 65€ je Stunde.

§37/3

Der aktuelle DEKRA KFZ-Reparatur Stundensatz schwankt zwischen 83 € in Simmersdorf und 128,50 € in München. 

Der § 37/3 Reform

Auch der Gesetzgeber hat dies Problemfeld erkannt und die Vertragsparteien aufgefordert, erstmalig eine Empfehlung zur „Qualitätssicherung der Beratungsbesuche“ nach §37/3 zum 1.1.2018 abzuliefern. Ob dieser Termin eingehalten werden kann, wird gelegentlich angezweifelt.

Es liegt jedoch eine sehr umfangreiche Dokumentation zu einem Modellprojekt „Qualitätssicherung von Beratungsbesuchen“ der Landeshauptstadt Potsdam als Orientierung und mögliche „Blaupause“ vor.

Diese im Sommer veröffentlichte Arbeit wurde in Bremen vorgestellt und eine Arbeitsgruppe wird bis Ende November eine Empfehlung aus Sicht der pflegenden Angehörigen und Pflegeberatern hierzu aussprechen.

3.) PFLEGEBERATUNG FÜR FAMILIEN MIT KINDERN

Ein weiterer wichtiger Themenbereich für uns wird die aktuelle Situation der Pflegeberatung für Familien mit Kindern und Jugendlichen sein.

Auch wenn zahlenmäßig die Betroffenen mit etwas über 110.000 nur einen geringen Anteil der insgesamt über 3,1 Mio. zu Pflegenden ausmacht, ist der Beratungsbedarf aufgrund er Komplexität, Vielschichtigkeit und den diversen Entwicklungsstadien (Geburt, Hort, Kindergarten, Freunde, Schule, Ausbildung, Pubertät etc.) in den Familien enorm.

Andererseits ist die notwendige Spezialisierung auf Fragen der Kinderpflege innerhalb der Pflegeberatung nicht weit ausgeprägt.

Die Pflegeberaterin Petra Harris von der ambulanten Kinderkrankenpflege „Krank und klein – bleib daheim“ hat einen sehr kompetenten Einblick in die Problematik aufgezeigt, mit denen die Kinder und Jugendlichen und die pflegenden Angehörigen in den Familien konfrontiert sind.

Die Pflegeberatung für Familien mit Kindern wird unser Schwerpunkt-Thema im ersten Quartal 2018 (siehe weiter unten Runder Tisch) sein.

§ 45

4.) NUTZUNG DES ENTLASTUNGSBETRAGS

Die Pflegeberatung im Konflikt von Empfehlungswunsch und der tatsächlichen Realisierbarkeit von Entlastungsleistungen nach §45 ist ein weiteres wichtiges Thema, das sowohl die PflegeberaterInnen als auch die Familien zur Zeit stark beschäftigt und verstimmt.

Diese unerfreuliche Situation betrifft ganz besonders auch die Betreuungsleistung bei Kindern.

Mit einem Entlastungsbudget von jährlich 1.500 € (plus großzügiger Nutzung nicht verbrauchter Gelder aus 2015 und 2016 bis Ende 2018) für alle 2,3 Mio. Familien mit häuslicher Pflege war die Absicht sicherlich lobenswert.

Gut gedacht bedeutet aber nicht immer auch gut gemacht. Land auf Land ab wird die mangelnde Verfügbarkeit der Angebote und/oder die Angebotsformen beklagt.

Wir greifen das Thema im zweiten oder dritten Quartal intensiver auf.

5.) PFLEGEKURSE – DIE TEILNAHME FÖRDERN

Ein weiteres Thema wird der Abbau von Hürden für die Nutzung der Pflegeschulungen sein.

Diese Form der Pflegeberatung ist bei vielen pflegende Angehörigen auch aufgrund der sozialen Komponente sehr beliebt. Und, man kommt mal für ein paar Stunden aus dem Pflegealltag heraus.

Analog zur bundesweiten Abschaffung des Schulgelds für die Ausbildung in der Altenpflege (mit dem Ziel mehr Menschen für diesen Beruf zu begeistern), sollte überlegt werden, wie bei den pflegenden Angehörigen organisatorische und finanzielle Hürden für Teilnahme an der pflegerischen Fortbildung abgebaut werden können.

Die Rahmenbedingungen hierfür müssen verbessert werden. So dürfen die Budgets für Verhinderungspflege und/oder des Entlastungsbetrages nicht dafür herhalten, um die Versorgung daheim in der Abwesenheit des Pflegers zu organisieren.

6.) RUNDE TISCHE

Das Thema „Pflegeberatung für Familien mit Kindern“ wird das erste von drei unterjährigen Schwerpunkt-Themen bilden, mit denen wir uns intensiver Beschäftigen werden.

Mit drei „Runden Tischen“ (angedacht für 2018 sind Hamburg, Berlin und Essen) soll für jeweils ein Thema gezielt eine intensive Sensibilisierung und breitere Öffentlichkeit geschaffen werden.

Interessierte in Hamburg und Umgebung werden herzlich eingeladen, an der Vorbereitung des Events „Pflegeberatung für Familien mit Kindern“ im März mitzuwirken. Natürlich kann jeder Interessierte an der Vorbereitung und am Runden Tisch teilnehmen.

Hier können Sie Kontakt aufnehmen.

VIDEO-LIVEÜBERTRAGUNG
Die oft unabkömmliche Situation für pflegende Angehörige war ein Aspekt, der in allen drei Arbeitsgruppen immer wieder angesprochen wurde. Wir planen daher, die Events durch eine Video-Liveübertragung auf der Homepage TAG-DER-PFLEGEBERATUNG.de zu übertragen. So kann möglichst vielen interessierten Familien wenigstens die virtuelle Teilnahme ermöglicht werden.

7.) BUNDESWEITER AKTIONSTAG AM 8.11.2018

Um gezielt bundesweit Aufklärung über die Möglichkeiten der Pflegeberatung zu schaffen, sollen ab jetzt an jedem 8. November eines Jahres gebündelte Kommunikationsmaßnahmen gezielt über das Angebot und die Leistungen der Pflegeberatung in Deutschland informieren.

Angedacht für den bundesweiten Aktionstag im kommenden Jahr sind ein größerer Kongress sowie parallel dazu stattfindende regionale Aktionen in ganz Deutschland.

“Der Satzungszweck wird verwirklicht insbesondere durch die alljährliche Durchführung eines bundesweiten Aktionstages, mit dem zum einen der Bekanntheitsgrad der Pflegeberatung in der Öffentlichkeit erhöht wird und zum anderen das Image und die Qualität der Pflegeberatung verbessert werden.

Dies dient dem Wohle pflegebedürftiger Menschen und ihrer Zu- und Angehörigen.”

 8.) VEREINSGRÜNDUNG

Als operative Organisationsform haben die Teilnehmer einen Verein gegründet, dessen Anerkennung als gemeinnützig auf dem Wege gebracht wurde.

Die drei Initiatoren des TAG DER PFLEGEBERATUNG Hilke Specht, Hendrik Dohmeyer und Dr. Jörg Hallensleben wurden von der Gündungsversammlung als Vorstände des Vereins gewählt.

 

9.) INFOGRAFIK

Um in komprimierter Form einen ersten groben Überblick über die Pflegeberatung in Deuitschland zu bekommen, wurde die nebenstehen INFOGRAFIK erstellt und anlässlich des Workshops vorgestellt.

SIe können die Grafik hier als PDF-Format herunterladen und für Ihre Zwecke nutzen. Bitte versehen Sie einen Quellhinweis. 

Tolle Location für einen produktiven Workshop

Montag, 6.11.2017

Bei der Vorbesprechung zum Workshop zeigte sich die Hansestadt noch von ihrer schönsten Seite. Blauer Himmel und viel Sonne über der Weser.

Am TAG DER PFLEGEBERATUNG verhüllte der typische norddeutsche November-Nebel ein wenig die schöne Aussicht aus dem Konferenzraum.

Das Positive: Wir waren nicht so abgelenkt und konnten um so konzentrierter arbeiten 😉

WORKSHOP-Tag

Mittwoch, 8.11.2017

Hier noch die ursprünglichen Informationen zur WORKSHOP-Einladung

Am ersten TAG DER PFLEGEBERATUNG treffen sich am 8.11. in Bremen interessierte Pflegeexperten und Pflegende Angehörige.

Wir wollen in einem Workshop die Grundlagen für eine gemeinsame Öffentlichkeitsarbeit zum Ausbau der Bekanntheit der Pflegeberatung und ihres Leistungsspektrums erarbeiten.

Diese Ergebnisse sollen jährlich am „Tag der Pflegeberatung“ als gebündelte Kommunikationsmaßnahmen gezielt über das Angebot und die Leistungen der Pflegeberatung in Deutschland informieren.

Vier Arbeitsgruppen

Die Aufteilung der Teilnehmer in vier Arbeitsgruppen dient dem Ziel, in kleineren Gruppen gezielter verwertbare Ergebnisse für den weiteren Organisationsprozess des TAG DER PFLEGEBERATUNG zu erlangen.

Um die Planung besser vorbereiten zu können, bitte wir Sie darum, bei der Anmeldung Ihre “Wunsch-Gruppe”, in die Sie sich und Ihre Kompetenz einbringen möchten, mit anzugeben.

  • A. Organisationsstruktur & Finanzen
    Wie soll die Initiative organisiert werden? Verein, gGmbH? Welche Finanzierungsmodelle sind denkbar?
  • B. Öffentlichkeitsarbeit:
    Welche Inhalte sollen wann über welche Kanäle kommuniziert werden?
  • C. Pflegende Angehörige:
    Welche Bedürfnisse und welche Kompetenzen können als Erfahrungs-Wertbeitrag berücksichtigt werden?
  • D. PFLEGEBERATUNGS-KONGRESS 2018
    Welches Ziele, welches Motto und welche Inhalte können die Pflegeberater/innen begeistern?

Agenda 8.11.2017

ZeitTOP
10:00 - 10:15Begrüßung. Vorstellung, Diskussion und Abstimmung des Tagesablaufs
10:15 - 10:45Vorstellungsrunde der Teilnehmer
10:45 - 11:00Ziele: TAG DER PFLEGEBERATUNG / WORKSHOP
11:00 - 11:30Vorstellung und Einteilung der Arbeitsgruppen
11:30 - 11:45Kaffee- und Teepause
11:45 - 13:00Arbeit in den Arbeitsgruppen
13:00 - 13:30Mittagspause
13:30 - 14:00Vorbereitung der Präsentationen in den Arbeitsgruppen
14:00 - 15:30Vorstellung der Ergebnisse
15:30 - 15:45Kaffee- und Teepause
15:45 - 16:30Diskussion, Next Steps und Verabschiedung

Organisatorisches

Für unseren WORKSHOP haben wir eine schöne Location in einem sehr zentralen Kongress-Büro in Bremen direkt an der Weser gebucht.

Die Adresse:

TAG DER PFLEGEBERATUNG
c/o ecos office center bremen teerhof (ehemaliger BELUGA-Firmensitz)

Teerhof 59
28199 Bremen

Um die Räumlichkeiten und das Catering mit Kaffee, Tee und einem kleinen Imbiss zu finanzieren, bitte wir die Teilnehmer um einen Beitrag von 45 Euro zur Deckung der Kosten.

Bitte melden Sie sich im Formular unter dem Stadtplan verbindlich für die Teilnahme an.

Sie können Ihre Teilnahme bis zum 1.11.2017 kostenfrei stornieren.

Wenn noch Fragen offen sind, freuen wir uns über Ihre kurze Meldung über unser Kontaktformular.

Veranstaltungsort

Über den Dächern der schönen Hansestadt Bremen mit Blick auf die Weser: Im Teerhof 59, 28199 Bremen

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