Alle Kongress Videos sind hier ab sofort für Sie verfügbar. Die Ton-Qualität ist leider gelegentlich nur suboptimal ;-(
Wir haben Verbesserungen für 2020 fest eingeplant 😉

Uhrzeit

Referent

Thema

10:00 – 10:05 Uhr

Team

Willkommen in Bremen!
Hilke Specht, Hendrik Dohmeyer und Dr. Jörg Hallensleben begrüßen Sie recht herzlich zum Kongress 2019 und wünschen kurzweilige und interessante Vorträge rund um die Pflegeberatung. Das Motto in diesem Jahr ist die Frage “Quo Vadis Pflegeberatung?”.

10:05 – 10:15 Uhr

Senatorin Anja Stahmann

Grußworte der Senatorin für Soziales, Jugend, Integration und Sport.
In Frau Stahmanns Ressort fallen auch die Aktivitäten der drei Bremer Pflegestützpunkte.

Auch deshalb liegt ihr das Thema “Pflegeberatung” am Herzen.

Anja Stahmann wurde am 30.06.1967 in Bremerhaven geboren. Die Sozialsenatorin ist verheiratet, hat zwei Kinder und lebt in Bremen-Walle. Sie machte Abitur am Gymnasium Humboldtschule, studierte Sozialwissenschaften in Göttingen und machte 1992 ihren Abschluss als Diplom-Sozialwirtin.

10:15 – 10:30 Uhr

Kornelia Schmid und Hendrik Dohmeyer

"SORGENDE Angehörige" - DIE notwendige Reform!
Seit Gründung der Pflegeversicherung am 1.1.1995 wird der größte Ambulante Pflegedienst Deutschlands als „Pflegende Angehörige“ definiert.

Mit Hilfe IHRER operativen Tätigkeit wurde bis zum 31.12.2016 die Schwere des Pflegebedarfs für ihre Angehörigen berechnet (über 45, 120 oder gar 270 Minuten Grundpflege, dann Pflegestufe 1,2 oder 3).

Am 1.1.2017 vollzog sich ein Paradigmenwechsel.

Für die Pflegebedürftigen.

Was hat sich für die Angehörigen geändert? Vergleichbar wenig!

Warum zukünftig differenzierte Unterstützungs-Konzepte für SORGENDE und PFLEGENDE Angehörigen notwendig sein werden, um dem drohenden Notstand in der informellen Sorge- und Pflegearbeit zu begegnen, erklären Kornelia Schmid und Hendrik Dohmeyer.

Sie stellen die 7 zentralen Forderungen an die verantwortlichen Politiker und Politikerinnen vor.

Vortrags-Folien

10-30 – 11:15 Uhr

Claudia Henrichs

Beraten Sie schon oder expertokratisieren Sie noch?

Mit dem GROW-Modell zu mehr Selbstbestimmung!

Auf die Frage, „Was wollen Sie mit Ihrer Beratung erreichen?“ bekomme ich oft die Antwort: „Aufklären, informieren, schulen, erklären, ein Angebot unterbreiten!“

Beratung wird von vielen Berater*innen zu einseitig verstanden. Sie glauben, eine gute Beratung durchgeführt zu haben, wenn sie viele Informationen abgeben konnten. Meistens liegt der Redeanteil zu 80% bei den Berater*innen.

Sie expertokratisieren!

Menschen, die sich gerade in einer lebenskritischen Situation befinden sind meistens nicht in der Lage, zu verstehen, was die vielen Informationen für sie im Alltag konkret bedeuten. Wie sollen Sie dann eine gute Entscheidung treffen?

Das ist nämlich das Ziel einer guten Beratung: „Die Gesprächspartner befähigen, eine gute Entscheidung zu treffen!“ Der Verein Zentrum für Qualität in der Pflege/ZQP beschreibt „Gute Beratung“ als Unterstützung pflegebedürftiger Menschen und deren Angehörigen, mit dem Ziel, dass diese selbstbestimmt über die Pflege entscheiden können.“!

Damit dies gelingt, gilt für jedes Beratungsgespräch als oberstes Prinzip: „Weniger reden – mehr fragen!“

Mit dem GROW-Modell lernen Sie eine Struktur kennen, mit der Sie die RICHTIGEN Fragen stellen, die PASSENDEN Optionen aufzeigen können und Ihre Gesprächspartner in die Lage versetzen, eine individuell gute Entscheidung zu treffen.

Vortrags-Folien

11:15 – 11:35 Uhr

Kaffeepause

11-35 – 11:50 Uhr

Jörg Lorenz

Die Verhandlungen sind gelaufen - wie wird 2020 mit dem §37/3 in den Ländern beraten?
Eigentlich kaum vorzustellen, wie unterschiedlich die Wertschätzung der Verantwortlichen in den 16 Bundesländern in der Ausgestaltung der Pflegeberatung ist.

Jörg Lorenz zeigt einen Überblick über den Stand der Verhandlungen zum Oktober 2019 auf.

Wo wird die Beratung nach § 37/3 wie unterstützt und welche Rahmenbedingungen sind dafür von den Leistungsanbietern zu erfüllen.

Vortrags-Folien

11-50 – 12:15 Uhr

Anja Palesch

Welche Bedeutung kann der Ansatz der Salutogenese in der Pflegeberatung haben?

Der SOC (Sence of coherence) ist schon vor mehr als 50 Jahren von Aron Antonowski beschrieben worden.

Die Fragestellung lautete damals: Was erhält den Menschen gesund?

Damals hat Antonowski mit Menschen geforscht, welche die unglaublichen Herausforderungen des 2. Weltkrieges auch psychisch gut überstanden haben.

Seine Erkenntnisse sind für uns bis heute bedeutsam, z.B. im Rahmen der Prävention.

Unsere Fragen heute:

Was benötigen pflegende Angehörige, um in einer Pflegesituation gesund und belastbar zu bleiben?

Was kann ich als Pflegeberaterin aktiv dafür leisten?

Wie kann ich die Qualität der Beratung auf ein neues Niveau heben, ohne weitere Kosten zu verursachen?

Dazu werden folgende Aspekte näher betrachtet:

  • Verstehbarkeit einer Pflegesituation
  • Handhabbarkeit einer Pflegesituation
  • Sinnhaftigkeit einer Pflegesituation

Diese wissenschaftliche Erkenntnis sollte in der Pflegeberatung stärker als bisher berücksichtigt und angewendet werden.

Vortrags-Folien

12:15 – 12:35 Uhr

Marcello Ciarrettino

Gesetzlich bestellter Berufsbetreuer gem. § 1897 Abs. 1 BGB– eine Aufgabe auch für Pflegeberater?!

Zum Berufsbetreuer wird bestellt, wer geeignet ist, in den einzelnen Aufgabenkreisen die Angelegenheiten des Betreuten rechtlich zu besorgen und ihn in dem hierfür erforderlichen Umfang persönlich zu betreuen.

Mit entsprechender Berufs- und Lebenserfahrung kann jeder, der geeignet ist, zum Betreuer bestellt werden. Keine Berufsgruppe ist prinzipiell ausgeschlossen.

Der angehende Berufsbetreuer bewirbt sich bei der zuständigen Betreuungsbehörde schriftlich. Er muss sich bereit erklären, mindestens 11 Fälle zu übernehmen.

Seit dem 27. Juli 2019 gelten nun die erhöhten Betreuungsvergütungen.

Als Pflegeberater/in lässt sich diese Tätigkeit unter Beachtung entsprechender gesetzlicher Vorgaben gut miteinander vereinbaren.

In diesem Vortrag zeigt Marcello Ciarrettino die Zugangsbedingungen, die Bewerbung bei den Betreuungsbehörden, die Aufgabenstellung und nicht zuletzt auch die Vergütungsmöglichkeiten für Berufsbetreuer auf.

Vortrags-Folien

12:35 – 13:00 Uhr

Michaela Graner

Optimierung von Pflegeberatungsprozessen und Ansätze zur digitalen Unterstützung

Mehr als 10.000 Pflegeberater in Deutschland machen es sich täglich zur Aufgabe Betroffene und Angehörige in der komplexen Welt der Pflege sorgfältig aufzuklären und die bestmögliche Ausgestaltung für die herausfordernde Pflege-Situation aufzuzeigen.

Mit der Veröffentlichung der „Richtlinien zur einheitlichen Durchführung der Pflegeberatung nach § 7a SGB XI“ setzt der GKV Spitzenverband in 2018 ein (weiteres) Zeichen für die Wichtigkeit einer erstklassigen Pflegeberatung.

Aber mit der Richtlinie alleine ist es natürlich nicht getan.

Um den ständig wachsenden Anforderungen an die Pflegeberatung gerecht zu werden und die Klienten immer sicherer im komplexeren „Pflege-Dschungel“ zu leiten, braucht es ein Überdenken bisheriger Strukturen, Arbeitsweisen und neue
Voraussetzungen.

Michaela Graner greift in ihrem Vortrag diese Ansätze auf und gibt Praxistipps zur Umsetzung im
Berateralltag. Im Zentrum ihres Vortrags stehen Fragen wie:

  • Wie sieht die „Pflegereise“ meines Kunden aus? Wie erkenne ich schnellstmöglich welcher konkrete Bedarf herrscht?
  • Welche Beratungsfelder in welcher Breite sollte ich adressieren?
  • Wie sieht die ideale Zeitverteilung aus?
  • Wie kann ich sicherstellen, dass meine Beratungsinhalte nachhaltig sind und
    Wirkung erzeugen?
  • Welche organisatorischen Grundlagen sind in der Praxis notwendig und hilfreich
    – wo müssten „alte Zöpfe“ abgeschnitten werden?
  • Kann Effektivität und Effizienz in der Beratung gemessen werden?

In Zusammenarbeit mit NGOs wie z.B. Alzheimer Gesellschaft wurden mittels Funktionsanalysen Beratungsprozesse analysiert und Ansätze und Hebel für Optimierungen identifiziert.

Die sich hieraus ergebenden Erkenntnisse geben
interessante Diskussionspunkte für alle Vertreter der Profession „Pflegeberatung“.

Vortrags-Folien

13:00 – 14:00 Uhr

Mittagessen und Netzwerken

Vorläufig finden Sie alle vier Themendiskussion in diesem Video zusammengestellt wieder. Später werden die einzelnen Themen separat zur Verfügung gestellt.
0:00 bis 25:25 Markus Oppel
25:25 bis 51:20 Prof. Dr. Jörg Hallensleben
51:30 bis 1:14:00 Franziska Lachner
1:18:00 bis Ende Jürgen Weemeyer

14:00 – 15:45 Uhr

Station 1

Markus Oppel

"Und die eigene Familie möchte auch satt werden" - die Herausforderungen für selbständige Pflegeberater/innen erfolgreich meistern.
Er hat die Ochsentour hinter sich und wird gern um Rat gefragt.

Einer der ganz engagierten Pflegeexperten Deutschlands hat in den vergangenen 24 Monaten sein Beratungsgeschäft in Bayern erfolgreich aufgebaut.

Gerade Neueinsteiger in der Pflegeberatung sollten von seinem fundierten Wissen um Verträge und Konditionen partizipieren.

Tipps und Tricks rund um die “Businessplanung”, Antragstellungen bei Leistungsträgern und vielfältigen Möglichkeiten des Berufsfeld “Pflegeberatung” zur Ernährung der Familie daheim vermittelt Markus Oppel in Bremen.

Auch die virtuellen Teilnehmer können Fragen an den Referenten während der Veranstaltung stellen.

Vortrags-Folien

14:00 – 15:45 Uhr

Station 2

Franziska Lachner

Autofahren und Demenz - Tipps für die Beratung von Angehörigen und Betroffenen
Hauptsache mobil? – Autofahren bedeutet vor allem für ältere Menschen Selbstständigkeit bis ins hohe Alter und Teilhabe am gesellschaftlichen Leben. Mit fortschreitender Demenz geht die Fähigkeit, ein Auto sicher zu fahren, verloren. Ab wann dies der Fall ist, ist aber oft nicht leicht zu entscheiden.

Zudem ist die Einsicht der erkrankten Personen, auf das Autofahren zu verzichten, häufig nicht gegeben.

Wer ist zuständig, wenn Menschen mit Demenz noch Autofahren und möglicherweise sich selbst und andere gefährden? Was können Angehörige tun?

Gerade in der Beratung ist dies ein häufiges kritisches Thema. Im Vortrag sollen hilfreiche Tipps und Beratungsansätze vorgestellt und diskutiert werden.

Vortrags-Folien

14:00 – 15:45 Uhr

Station 3

Jürgen Weemeyer

Wirken im Quartier - Pflegeberatung vor Ort.
Ältere Menschen möchten so lange wie möglich ein selbstbestimmtes Leben im gewohnten und selbstgewählten Umfeld führen.

Für die nachberufliche Phase wünschen sie sich diese aktiv zu gestalten und sich eventuell auch gesellschaftlich einzubringen.

Bei Unterstützungsbedarf oder bei einer späteren Pflegebedürftigkeit soll die Versorgung gesichert sein.

Um dies zu gewährleisten ist es notwendig, Quartiere und Sozialräume barrierefrei zu gestalten, Gesundheitsversorgung und Infrastruktur vor Ort zu gewährleisten und eine Gemeinwesen-orientierte Seniorenarbeit zu fördern.

Durch die Koordination von Netzwerken und die Entwicklung von Quartieren sollen die Angebote und die Versorgungsstrukturen in den Stadtteilen optimiert werden.

Am Beispiel des Vahrer Löwen e.V. wird konkret aufgezeigt, wie Quartiersarbeit für ältere Menschen gestaltet werden kann und welche Aspekte von besonderer Bedeutung sind.

Vortrags-Folien

14:00 – 15:45 Uhr

Station 4

Prof. Dr. Jörg Hallensleben

Pflegeberatung nach § 37.3 durch ambulante Dienste – zwischen Case Management und Pflichtübung

Der Löwenanteil aller Pflegeberatungen nach § 37 Abs. 3 SGB XI wird nach wie von ambulanten Pflegediensten erbracht.

Was passiert dort eigentlich?

Sind die Pflegedienste mit der Pflegeberatung überfordert? Oder leisten sie womöglich sogar mehr Beratung und Unterstützung, als von Ihnen erwartet wird?

In diesem Stationsgespräch geht es also vor allem um die Frage, wie die Pflegeberatung nach § 37.3 durch ambulante Dienste derzeit aufgestellt ist.

Diskutiert werden können natürlich auch Reformoptionen.

Vortrags-Folien

16:00 – ca. 17:30 Uhr

Podiums-Diskussion

Moderation: Lukas Sander, Chefredakteur

2020-2030 - Quo Vadis Pflegeberatung?
Chefredakteur Lukas Sander Vincentz Network
2020/2030 – Quo vadis Pflegeberatung?

Vom 8.11. an sind es nur noch 53 Tage, und ein neues Jahrzehnt beginnt. Eine Dekade, die für die Pflege vermutlich die größten Herausforderungen bedingen wird, die wir so dramatisch noch nicht erlebt haben.

Die Versorgungslücke bei der Pflege im eigenen Heim wird auch durch den Wegfall vieler Pflegender Angehöriger in den kommenden 10 Jahren stark wachsen. 

Immer weiter so?
Oder, wie muss sich die Pflegeberatung optimalerweise entwickeln?

Wer stellt die Weichen in die richtige Richtung? Welche Konzepte für die Pflegeberatung können greifen? Wie kann die Pflegeberatung nachhaltig helfen, die Auswirkungen des demografischen Wandels “abzumildern”?

Wie könnte sich das Berufsbild und die Aufgaben der Pflegeberatung verändern:

  • Lebensbegleitung vs. nur One-Shot-Beratung?
  • Coach für Familie und soziales Umfeld?
  • Assistenzfunktionen als Organisations-Ersatz für fehlende Pflegende Angehörige (kontinuierliches Case-Management light)?

 Quo vadis Pflegeberatung im neuen Jahrzehnt“, das ist das Leitmotiv für die Podiumsdiskussion zum TAG DER PFLEGEBERATUNG Kongress 2019.

Freuen Sie sich mit uns auf folgende kompetente und interessante Diskutanten/innen:

Dr. Kirsten Kappert-Gonther

Die Sprecherin für Gesundheitsförderung beim Bündnis 90/Die Grünen will mit Pflegeberatung die Partizipation stärken.

Prof. Dr. Heinz Rothgang

Der Bremer Uni-Professor und Leiter der Abteilung Gesundheit, Pflege, Alterssicherung am SOCIUM ist Pflegeberatungs-Experte.

Kornelia Schmid

Sie kennt die Sorgen und Nöte in den Familien aus eigener Erfahrung – und von über 8.000 ihrer Facebook-Mitglieder der Gruppe “Pflegende Angehörige”.

Andreas Westerfellhaus

Der Pflegebevollmächtigter der Bundesregierung will die “Lebensbegleitende Pflegeberatung”.

SPD

Die Pflegebeauftragte der SPD Heike Baehrens kann aus terminlichen Gründen nicht nach Bremen kommen – wir bemühen uns z. Zt. um eine qualitative Alternative aus dem Willy-Brandt-Haus.

17:30 – 17:45 Uhr

TDP-Team

Ausblick auf den 8.11. und 2020

Am 8.11., findet in hoffentlich vielen Städten und Regionen Deutschlands der lokale TAG DER PFLEGEBERATUNG statt.

Wir informieren über die diesjährige Resonanz im Lande bei den Pflegeberater/innen und den Teilnehmern der Veranstaltungen.

Pflegebeatung nach § 7a